24. Juni 2008
Die LandesschülerInnenvertretung (LSV) NRW überreichte den Landtagspräsidenten eine Unterschriftensammlung mit über 10.000 Unterstützern für die Abschaffung der Kopfnoten auf den Schulzeugnissen.
Dazu erklärt der stellv. Kreissprecher, DIE LINKE. KREIS GÜTERSLOH, Marco Lehmann:
„Ich begrüße es sehr das sich bereits mehr als 10.000 Menschen gegen die Kopfnoten entschieden haben“ so Marco Lehmann. Für die Schülerinnen und Schüler die ihren Abschluss in diesen Tagen haben, können die Kopfnoten fatale folgen haben. Viele SchülerInnen werden durch die Kopfnoten keine Ausbildungsstelle bekommen. Viele Schulen im Kreis Gütersloh wollen „Normalen Schülern“ die Note „Gut“ geben. Das halte ich auf dem ersten Blick für eine faire Lösung. Auf dem zweiten Blick bestätigt dieser Versuch nur wie stark die Lehrer mit dieser Aufgabe überlastet sind.
„Kopfnoten können von Lehrern als Mittel zum Zwang zu Wohlverhalten, zur Erzeugung von Duckmäusertum sowie zur Disziplinierung eingesetzt werden“, Kopfnoten sind ein willkürliches Instrument zur Erziehung von SchülerInnen. Von ihnen hängt ab, welchen Schulabschluss man bekommt. So werden mit den Zensuren auch die Lebenschancen vergeben. Kopfnoten sind nicht objektiv. Die Kopfnoten sind abhängig von dem/der LehrerIn, der/die sie gibt. Damit wird das Abhängigkeitsverhältnis zwischen SchülerInnen und LehrerInnen verfestigt. Weiterhin dienen Kopfnoten zur Sozialdisziplinierung von SchülerInnen: Wer zu spät kommt, den Unterricht “stört” oder die Hausaufgaben nicht macht, muss mit schlechten Kopfnoten rechnen. Die Bewertung erzwingt somit Anpassung und Gehorsam, sie sichert die Autorität der Lehrperson ab.
Was bedeuten Kopfnoten für Lehrer? „Für viele Lehrer bedeuten die Kopfnoten einen sehr hohen Arbeitsaufwand, der in dieser Form nicht zu bewältigen ist. Die Lehrer werden quasi gezwungen falsche Urteile zu vergeben, da sie der Aufgabe gar nicht gerecht werden können.“
Die Linke fordert die Abschaffung solcher subjektiven und ungerechten Bewertungen wie der Kopfnoten, damit ein selbstbestimmtes Lernen möglich wird und SchülerInnen ein wirkliches Interesse am Lernen bekommen. „Für mich gehören die Kopfnoten ins pädagogische Mittelalter, denn Jugendliche, die sowieso schon Probleme in der Familie und in der Schule haben und nur wenig Wertschätzung erfahren, müssen gefördert werden und brauchen Wertschätzung und Anerkennung.
Alle Schülerinnen und Schüler die unzufrieden mit ihren Kopfnoten sind, können eine Beschwerde gegen ihre Kopfnoten einlegen. Hierfür gibt es auf der Seite der LSV www.lsvnrw.de ein Muster Beschwerdeformular. „Ich habe bereits selber gegen meine Kopfnoten Beschwerde eingelegt. Jetzt ist es wichtig das möglichst viele Schülerinnen und Schüler ihren Protest zum Ausdruck bringen.“ Erklärt Marco Lehmann
Die Erfolgsaussichten das die Kopfnoten geändert werden sind sehr groß weil die Lehrer keine sachliche Grundlage habe, womit sie die Noten begründen können.“ Erklärt Lehmann abschließend.
Weitere Informationen zu den Positionen der Partei, DIE LINKE., unter http://www.die-linke-guetersloh.de/solid/
Marco Lehmann
stellv. Sprecher, DIE LINKE
Wohnort: Versmold
Alter: 21 Jahre