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13. März 2010 Marco Lehmann

DIE LINKE. Gütersloh bei der Veranstaltung von Verdi zum Thema: KIBIZ – Anspruch und Wirklichkeit

Johann Roumee, Direktkandidat für DIE LINKE Gütersloh

Am Donnerstag veranstaltete Verdi eine Podiumsdiskussion mit den Landtagswahlkandidaten der vertretenden Parteien. Für DIE LINKE Gütersloh war Johann Roumee gekommen. Unser Landtagskandidat für den Wahlkreis 95. Es handelte sich um eine Veranstaltung zum Kinderbildungsgesetz das seit dem 1.8.2008 das Nachfolgegesetz zum GTK darstellt. Zum Anfang der Veranstaltung brachte Gerhard Stranz unsere Positionen und die Positionen der meisten pädagogischen Kräfte und Eltern auf dem Punkt:

  1. Das Kinderbildungsgesetz enthält erhebliche Mängel, Fehler bei der Berechnung der Kindpauschalen die bis heute zu Problemen führen.
  2. Das Kinderbildungsgesetz verschlechtert die Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen und Erzieher.
  3. Das KIBIZ führte nicht zu Qualitätssteigerungen.
  4. Das KIBIZ macht Aus -und Weiterbildung für Erzieherinnen unmöglich.
  5. Das KIBIZ sichert keine individuelle Sprachförderung. Das Delfin 4 wird fachlich in Fragegestellt und ist unterfinanziert.
  6. Der U3 Ausbau wird nur unzureichend gesichert und Personell unterbesetzt.
  7. Das KIBIZ trägt nicht zur Flexibilisierung bei, weil Eltern sich über eine Buchungszeit von 12 Monaten im Voraus festlegen müssen.

Das Kinderbildungsgesetzt führt bis heute  zu drastischen Belastungen für Eltern, MitarbeiterInnen, Träger, und Kommunen. „Es haben sich die Arbeitsbedingungen für ErzieherInnen durch das KiBiz verschlechtert. Durch die völlige Vorgabe von Standards in  den Einrichtungen, ist ein Erzieher - Kind Verhältnis nicht mehr gesichert. Die Vor und Nachbereitungszeiten sowie Zeiten für die Erfüllung neu hinzu gekommener Aufgaben sind nicht mehr zu erfüllen, so Johann Roumee.

 Nach dem KiBiZ bleiben zwei Vollzeitkräfte (Eine Erzieherin und eine Ergänzungskraft) bei einer Arbeitszeit von 35 Stunden pro Woche, gerade 40 Minuten am Tag für die pädagogische Vor – und Nachbereitungszeit sowie Verwaltungsarbeit bei immer größer werdenden Gruppen. „Vor dem Gesetz konnten wir noch allen Kindern gerecht werden, aber wie sollen wir das noch bei weniger Mitarbeitern und immer größeren Verwaltungsaufwand.“ so eine Erzieherin aus dem Publikum mit über 30 Jahren Berufserfahrung.

„Das Gesetz degradiert die frühkindliche Bildung zur Kinderverwahrung“ so Marco Lehmann (Erzieher in Ausbildung). „Die Linke plädiert für eine Revision des Gesetzes und die Abschaffung des Elternbeitrags und lehnt eine Erhöhung wie in Gütersloh entschieden ab. Auch muss die Anzahl der Kinder pro Gruppe im Gesetz festgeschrieben werden und die Anzahl der Kinder pro Tagespflege darf 5 Kinder nicht überschreiten. Nur so kann eine aktive Bildungsförderung aller Kinder gewährleistet werden, so Lehmann abschließend.