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11. Mai 2009

DIE LINKE. Gütersloh fordert mehr Rechte für LeiharbeiterInnen

Almuth Wessel überreicht Inge Höger ein Bild: "Make Nato History"

„Tausende Menschen im Kreis Gütersloh arbeiten bei Zeitarbeitsfirmen. Sie arbeiten oft für einen Hungerlohn, werden diskriminiert, haben nur eingeschränkte Mitbestimmungsrechte und selten Kündigungsschutz. Es bleibt kaum eine Perspektive, nur Arbeitslosigkeit und die Aussicht auf Armut bis ins Alter, “ schon in der Begrüßung fand Michael Pusch, Sprecher des Kreisverbandes DIE LINKE., deutliche Worte.
Mit Inge Höger, Mitglied der Bundestagsfraktion DIE LINKE., hatte der Kreisverband am Freitag die passende Gesprächspartnerin zu Gast. Aktiv in Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und der Frauenbewegung weiß sie, wovon sie spricht. Schon zu Beginn machte Inge Höger klar: Diese Situation ist gewollt. „Ziel der rot-grünen Regierung war es, mit den Hartzgesetzen einen Niedriglohnsektor einzuführen. Zahlreiche Beschränkungen bezüglich der Leiharbeit vielen weg“, so Inge Höger.
SPD und Grüne haben ihr Ziel erreicht! Ihre Devise „Teile und herrsche“ war erfolgreich!  In den Firmen konkurrieren Leiharbeiter, Mitarbeiter mit Zeitverträgen und die Stammbeleg-schaften um die Jobs. Mit Erfolg! Selbst im „Aufschwung“ sanken die Löhne, die Gewinne aber stiegen ins Unermessliche. Auch bei den viel gepriesenen neuen Arbeitsplätzen handelte es sich vorrangig um Minijobs, Teilzeitjobs und Leiharbeit.
Jetzt, wo die Weltwirtschaftskrise in fast allen Branchen zuschlägt, sind LeiharbeiterInnen die ersten, die gehen müssen. Bereits jetzt haben bis zu 180.000 ihren Job verloren.
DIE LINKE. fordert als Sofortmaßnahmen:
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, einen Mindestlohn von 10 € je Stunde für alle Branchen, jährlich angepasst an die Preissteigerung, die 30 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich und ein unbefristetes Arbeitslosengeld in Höhe von ca. 90 % des Nettolohnes.
Einen ersten Erfolg gibt es zu verbuchen! Das Arbeitsgericht Berlin-Brandenburg stellte mit Urteil vom 1. April fest: “Die Christlichen Gewerkschaften dürfen für die Leiharbeitsbranche keine Tarifverträge abschließen.“ Bisher schlossen die „Christlichen Gewerkschaften“ Dumpingtarifverträge mit bis zu 50 % weniger Lohn. Jetzt können 200.000 LeiharbeiterInnen den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaften einklagen.
Das reicht aber nicht. „Auf Dauer muss Leiharbeit verboten werden!“, so fordert Inge Höger.
In Zeiten der Weltwirtschaftskrise ging es aber um mehr als Leiharbeit. Unter großem Beifall stellte Inge Höger fest: „Der Kapitalismus produziert Krisen, Arbeitslosigkeit, Armut, Naturzerstörung und Krieg. Für die Krise sollen die zahlen, die in den letzten Jahren Milliardenprofite gemacht haben!“
DIE LINKE. ruft deshalb auf zur Teilnahme an den europaweiten Aktionstagen der Gewerkschaften am 16. Mai:  „Die Krise bekämpfen. Sozialpakt für Europa! Die Verursacher müssen zahlen!“
Wie wichtig es ist, Widerstand zu leisten machte Michael Pusch in seinem Schlusswort klar:
„In der letzten auch nur annähernd vergleichbaren Wirtschaftskrise vor 80 Jahren sah das Kapital nur eine Lösung: Faschismus und Krieg. Daran sollten wir heute denken. Der 8. Mai
Ist der Tag der Befreiung. Vor genau 64 Jahren wurde Nazi-Deutschland besiegt.“
Nach teils lebhafter Diskussion waren sich alle Anwesenden deshalb in einem Punkt einig: „Der Kapitalismus ist gescheitert und muss überwunden werden!“
in der Zeitarbeit
Michael Pusch, Sprecher, Marco Lehmann, stellv. Sprecher
DIE LINKE. Kreis Gütersloh