Nicht nur Mercedes-Benz fährt in die falsche Richtung!
Die Nagel-Car-Group denkt daran ihr Autohaus an der Münsterstrasse in Versmold abzureissen und vielleicht auf dem ehemaligen Wirus- oder Wrobbelgelände wieder aufzubauen. Rolf Nagel, Geschäftsführer der Nagel-Car-Group, hat schon ein Konzept. „Ein Mini-Einkaufszentrum mit den angrenzenden Geschäften böte sich an“, zitiert ihn das Haller Kreisblatt. „Mini“ heißt hier ein Supermarkt mit 2.100 m² Verkaufsfläche. Zum Vergleich: Der Neukauf verfügt über rund 1.800 m²! Zusammen mit der geplanten Erweiterung des Rewe-Marktes steigt dann die Verkaufsfläche des Lebensmitteleinzelhandels in Versmold von rund 6.100 auf circa 8.800 m². Das bedeutet eine Steigerung der Verkaufsfläche um 2.700 m² oder um über 40 %!
Das wäre selbst in Zeiten der Hochkonjunktur aberwitzig, in Zeiten einer schweren Krise aber wird es böse Folgen haben!
Der Druck auf die Preise wird noch stärker. Das heißt die Qualität der Waren und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschlechtern sich. Auch die Erzeugerpreise geraten noch stärker unter Druck. Davon können die Versmolder Milchbauern und -bäuerinnen ein Lied singen: Im letzten Jahr wurden ihnen 40 Cent für den Liter Milch zugesagt, inzwischen befinden sich die Preise im freien Fall auf 20 Cent. Nicht nur sie werden auf der Strecke bleiben. Was ist mit dem Dorfladen in Loxten, mit Margenau mit Niemöller und den vielen anderen kleinen Geschäften? Selbst wenn sie ihre Selbstausbeutung weiter steigern, haben sie eine Chance gegen Aldi, Lidl und Komplizen?
Oder trifft es den Jibi oder/und den REWE-Markt?
Zur Erinnerung: Selbst im Versmolder Einzelhandelsgutachten werden maximal 1.100 m² zusätzliche Verkaufsfläche im Zentrum empfohlen. Das über 25.000 € teure Gutachten ist allerdings unserer Meinung nach aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung längst überholt!
Aber es gibt noch andere Aspekte zu berücksichtigen! Welche Folgen hätte ein 2.100 m² -Supermarkt auf das Verkehrsaufkommen in der Münstertrasse, auf der Ringallee und in der verkehrsberuhigten Innenstadt?
Nach Meinung DER LINKEN.Versmold geht das genau in die falsche Richtung!
So wie Daimler-Benz mit seinen ökologisch, technisch und vielleicht auch bald sozialpolitisch nicht mehr vertretbaren Produkten in die Sackgasse fährt, steuert auch die Versmolder Stadtplanung vor die Wand!
Nicht die Wünsche großer Lebensmittelketten oder anderer privater Investoren wie im Fall des Krankenhauses dürfen die Entscheidungen der Versmolder Politik bestimmen!
Herrn Nagel raten wir sich seine Investitionen in eine überholte Technik zu überlegen. Dem Stadtrat empfehlen wir das Konzept von Herrn Nagel abzulehnen und auf eine weitere Zerschlagung des Versmolder Einzelhandels zu verzichten.
DIE LINKE.VERSMOLD verlangt eine zukunftsfähige und nachhaltige Lösung. Soziale und ökologische Aspekte müssen im Vordergrund stehen, Transparenz, eine öffentliche Diskussion und bürgernahe Lösungen sind gefragt.
Michael Pusch, Marco Lehmann, DIE LINKE. Versmold